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Glossar

Was ist das Arbeitszeitgesetz? – Definition, Bedeutung & Praxistipps

Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) ist das zentrale deutsche Gesetz zur Regelung von Arbeitszeiten, Pausen und Ruhezeiten. Es schützt Arbeitnehmer vor Überarbeitung und verpflichtet Arbeitgeber zur systematischen Zeiterfassung.

Was bedeutet Arbeitszeitgesetz?

Das Arbeitszeitgesetz bildet das rechtliche Fundament für die Arbeitszeitgestaltung in Deutschland. Seit dem BAG-Urteil vom September 2022 ist die Pflicht zur Zeiterfassung noch stärker in den Fokus gerückt. In diesem Glossar-Eintrag erfährst du, welche Regelungen das ArbZG enthält, welche Pflichten sich daraus für deinen Betrieb ergeben und wie du die Anforderungen digital und effizient umsetzt.

Alles Wichtige im Überblick

Die wichtigsten Aspekte verständlich erklärt

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Was regelt das Arbeitszeitgesetz?

Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) regelt die werktägliche Arbeitszeit, Ruhepausen, Ruhezeiten sowie die Sonn- und Feiertagsarbeit. Die reguläre Höchstarbeitszeit beträgt 8 Stunden pro Werktag und darf auf bis zu 10 Stunden verlängert werden, wenn innerhalb von 6 Kalendermonaten oder 24 Wochen ein Ausgleich auf durchschnittlich 8 Stunden erfolgt. Bei einer 6-Tage-Woche entspricht das einer maximalen Wochenarbeitszeit von 48 bzw. 60 Stunden. Für bestimmte Branchen wie das Gesundheitswesen oder die Gastronomie gelten Ausnahmen, die in §§ 7 und 14 ArbZG geregelt sind.

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Pflicht zur Arbeitszeiterfassung nach dem BAG-Urteil

Das Bundesarbeitsgericht hat am 13. September 2022 (Az. 1 ABR 22/21) entschieden, dass Arbeitgeber verpflichtet sind, ein System zur Erfassung der Arbeitszeiten ihrer Beschäftigten einzuführen. Diese Pflicht ergibt sich aus § 3 Abs. 2 Nr. 1 ArbSchG in Verbindung mit der EU-Arbeitszeitrichtlinie 2003/88/EG. Das System muss Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit erfassen. Papierbasierte Lösungen sind grundsätzlich noch zulässig, jedoch empfehlen Arbeitsrechtler dringend den Einsatz digitaler Systeme, um Manipulationen vorzubeugen und die Nachweispflicht zuverlässig zu erfüllen.

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Ruhezeiten und Pausen nach dem ArbZG

Laut § 4 ArbZG müssen Arbeitnehmer bei mehr als 6 Stunden Arbeitszeit mindestens 30 Minuten Pause einlegen, bei mehr als 9 Stunden mindestens 45 Minuten. Die Pausen können in Abschnitte von jeweils mindestens 15 Minuten aufgeteilt werden. Zwischen zwei Arbeitstagen muss gemäß § 5 ArbZG eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 11 Stunden liegen. In der Gastronomie, im Gesundheitswesen und in der Landwirtschaft kann diese auf 10 Stunden verkürzt werden, wenn der Ausgleich innerhalb eines Monats erfolgt. Ein digitales System kann automatisch warnen, wenn Ruhezeiten oder Pausenregeln verletzt werden.

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Konsequenzen bei Verstößen gegen das ArbZG

Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz sind Ordnungswidrigkeiten und können mit Bußgeldern von bis zu 30.000 Euro geahndet werden (§ 22 ArbZG). Bei vorsätzlichen Verstößen, die die Gesundheit von Arbeitnehmern gefährden, drohen sogar strafrechtliche Konsequenzen mit Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr (§ 23 ArbZG). Die Aufsichtsbehörden – in der Regel die Gewerbeaufsichtsämter – können Betriebe jederzeit prüfen und Einsicht in die Arbeitszeitdokumentation verlangen. Wer keine lückenlose Dokumentation vorweisen kann, riskiert neben Bußgeldern auch Nachzahlungsansprüche von Mitarbeitern.

Vorteile von Arbeitszeitgesetz

Warum du dich damit beschäftigen solltest

Automatische Compliance

Digitale Zeiterfassung prüft in Echtzeit, ob Höchstarbeitszeiten, Pausen und Ruhezeiten eingehalten werden.

Bußgelder vermeiden

Lückenlose Dokumentation schützt vor Strafen bis zu 30.000 € bei Kontrollen durch die Gewerbeaufsicht.

Transparenz für alle

Mitarbeiter und Vorgesetzte sehen jederzeit, ob gesetzliche Grenzen eingehalten werden.

Weniger Verwaltungsaufwand

Automatische Warnungen bei Verstößen ersetzen manuelle Kontrolle und sparen dem Büro wertvolle Zeit.

Häufig gestellte Fragen

Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) ist ein Bundesgesetz, das die zulässigen Arbeitszeiten, Ruhepausen und Ruhezeiten für Arbeitnehmer in Deutschland regelt. Es gilt für alle Arbeitnehmer und Auszubildenden, ausgenommen leitende Angestellte, Chefärzte und Besatzungen von Schiffen. Ziel ist der Schutz der Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten.

Die reguläre Höchstarbeitszeit beträgt 8 Stunden pro Werktag. Sie darf auf bis zu 10 Stunden verlängert werden, sofern innerhalb von 6 Kalendermonaten oder 24 Wochen ein Ausgleich auf durchschnittlich 8 Stunden pro Werktag erfolgt. An Sonn- und Feiertagen darf grundsätzlich nicht gearbeitet werden, es sei denn, es liegen gesetzliche Ausnahmen vor.

Verstöße können als Ordnungswidrigkeit mit Bußgeldern bis zu 30.000 Euro geahndet werden. Bei vorsätzlichen Verstößen mit Gesundheitsgefährdung drohen sogar strafrechtliche Konsequenzen. Die Gewerbeaufsicht kann jederzeit Kontrollen durchführen und die Arbeitszeitdokumentation einsehen.

Ja. Das Bundesarbeitsgericht hat im September 2022 entschieden, dass alle Arbeitgeber in Deutschland verpflichtet sind, die Arbeitszeiten ihrer Beschäftigten systematisch zu erfassen. Die Pflicht ergibt sich aus § 3 ArbSchG in Verbindung mit der EU-Arbeitszeitrichtlinie. Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit müssen dokumentiert werden.

Crewly bietet eine digitale Zeiterfassungslösung, die automatisch prüft, ob Höchstarbeitszeiten, Ruhezeiten und Pausenregelungen gemäß ArbZG eingehalten werden. Bei drohenden Verstößen erhältst du sofort eine Warnung. Die lückenlose Dokumentation wird automatisch archiviert und kann bei Prüfungen jederzeit vorgelegt werden. 14 Tage kostenlos testen.

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