Die Gebäudereinigung ist eine der personalintensivsten Branchen Deutschlands. Reinigungsteams arbeiten an wechselnden Einsatzorten, oft in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden. Für Unternehmer stellt das eine besondere Herausforderung dar: Wie erfassen Sie die Arbeitszeiten Ihrer Mitarbeiter korrekt, wenn diese an fünf verschiedenen Objekten am Tag im Einsatz sind? Und wie weisen Sie gegenüber Ihren Auftraggebern nach, dass die vereinbarten Leistungen erbracht wurden?
Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie die Zeiterfassung in Ihrem Reinigungsunternehmen rechtssicher, effizient und digital umsetzen — und dabei gleichzeitig Ihre Kalkulation verbessern und Ihre Kunden überzeugen.
Besondere Herausforderungen in der Gebäudereinigung
Die Zeiterfassung in der Reinigungsbranche unterscheidet sich grundlegend von der Zeiterfassung in einem Bürobetrieb. Es gibt keine zentrale Stechuhr, an der alle Mitarbeiter morgens vorbeikommen. Stattdessen gibt es eine Reihe branchenspezifischer Herausforderungen.
Wechselnde Einsatzorte
Ihre Reinigungskräfte arbeiten nicht an einem festen Ort. Ein typischer Tag kann so aussehen: Um 6:00 Uhr Büroreinigung in der Innenstadt, um 9:00 Uhr Treppenhausreinigung in einem Wohnkomplex, um 12:00 Uhr Grundreinigung in einer Arztpraxis. Jeder Objektwechsel muss dokumentiert werden — für die Kalkulation, für den Auftraggeber und für die korrekte Lohnabrechnung.
Fahrtzeiten zwischen Objekten
Fahrtzeiten zwischen Einsatzorten sind Arbeitszeit und müssen als solche erfasst und vergütet werden. In der Praxis wird das oft vergessen oder ungenau dokumentiert. Das führt zu Problemen bei Betriebsprüfungen und Unzufriedenheit bei den Mitarbeitern.
Mindestlohn-Dokumentation
Die Gebäudereinigung gehört zu den Branchen, die nach § 2a Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz (SchwarzArbG) besonderen Dokumentationspflichten unterliegen. Nach § 17 des Mindestlohngesetzes (MiLoG) müssen Arbeitgeber Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit spätestens bis zum Ablauf des siebten auf den Tag der Arbeitsleistung folgenden Kalendertags aufzeichnen und diese Aufzeichnungen mindestens zwei Jahre aufbewahren.
Erweiterte Pflichten in der Reinigungsbranche
- Dokumentationspflicht nach § 17 MiLoG für alle Beschäftigten
- Aufbewahrungspflicht von mindestens 2 Jahren
- Bereithalten der Unterlagen am Ort der Beschäftigung oder bei der Niederlassung
- Zusätzlich: Allgemeinverbindlicher Rahmentarifvertrag für die Gebäudereinigung mit branchenspezifischem Mindestlohn
- BAG-Urteil: Systematische Arbeitszeiterfassung aller Beschäftigten
Auftraggeber-Nachweise
Große Auftraggeber — Hausverwaltungen, Krankenhäuser, öffentliche Einrichtungen — verlangen zunehmend Nachweise über die tatsächlich erbrachten Leistungen. Wann war das Reinigungsteam vor Ort? Wie lange wurde gearbeitet? Welche Bereiche wurden gereinigt? Ohne digitale Dokumentation sind diese Fragen kaum zu beantworten.
Objektbezogene Zeiterfassung: So funktioniert es
Der Schlüssel zu einer effizienten Zeiterfassung in der Reinigung liegt in der objektbezogenen Buchung. Statt nur die Gesamtarbeitszeit zu erfassen, buchen Ihre Mitarbeiter die Zeit pro Einsatzobjekt.
Das Prinzip
Jedes Objekt — ob Bürogebäude, Krankenhaus oder Wohnanlage — wird im System als eigener Einsatzort angelegt. Wenn ein Mitarbeiter am Objekt ankommt, stempelt er ein. Wenn er das Objekt verlässt, stempelt er aus. So entsteht automatisch eine lückenlose Dokumentation der Objektzeiten.
Objekt anlegen
Legen Sie alle Reinigungsobjekte mit Adresse, Ansprechpartner und Leistungsbeschreibung im System an.
Mitarbeiter zuordnen
Weisen Sie Reinigungsteams den jeweiligen Objekten zu — entweder fest oder über die Schichtplanung.
Einstempeln am Objekt
Per Smartphone-App stempelt der Mitarbeiter direkt am Einsatzort ein. GPS oder NFC bestätigen den Standort.
Ausstempeln und Objektwechsel
Beim Verlassen wird automatisch die Objektzeit berechnet. Fahrtzeit zum nächsten Objekt wird separat erfasst.
NFC-Tags für feste Objekte
Für regelmäßig gereinigte Objekte empfehlen wir NFC-Tags. Ein kleiner Aufkleber an der Eingangstür genügt. Ihre Mitarbeiter halten ihr Smartphone daran und sind eingestempelt — schnell, genau und fälschungssicher. Das spart Zeit und eliminiert manuelle Eingabefehler.
Fahrtzeiten richtig erfassen und abrechnen
Fahrtzeiten zwischen Einsatzorten sind nach ständiger Rechtsprechung Arbeitszeit, wenn der Arbeitnehmer nicht an seine regelmäßige Arbeitsstätte zurückkehrt, sondern direkt zum nächsten Einsatzort fährt. In der Gebäudereinigung ist das der Regelfall.
Was zählt als Fahrzeit?
- Fahrzeit zwischen zwei Objekten: Immer Arbeitszeit, muss erfasst und vergütet werden
- Fahrt vom Wohnort zum ersten Objekt: Grundsätzlich keine Arbeitszeit (Wegezeit), es sei denn, tarifvertraglich anders geregelt
- Fahrt vom letzten Objekt zum Wohnort: Grundsätzlich keine Arbeitszeit
- Fahrt zum Betrieb, um Material zu holen: Arbeitszeit, wenn vom Arbeitgeber angeordnet
Mit einer GPS-basierten Zeiterfassung werden Fahrtzeiten automatisch erkannt. Das System erkennt, wann der Mitarbeiter ein Objekt verlässt und wann er am nächsten ankommt. Die Differenz wird als Fahrzeit gebucht.
Nachweise für Auftraggeber: Transparent und professionell
Einer der größten Vorteile der digitalen Zeiterfassung in der Reinigung: Sie können Ihren Auftraggebern jederzeit professionelle Leistungsnachweise liefern.
Was Auftraggeber erwarten
Professionelle Auftraggeber — insbesondere im gewerblichen und öffentlichen Bereich — verlangen regelmäßige Dokumentation:
- Anwesenheitsnachweise für jedes Objekt
- Tatsächlich geleistete Arbeitsstunden vs. vereinbarte Stunden
- Fotos der gereinigten Bereiche als Qualitätsnachweis
- Dokumentation von Sonderleistungen und Extraarbeiten
Digitale Nachweise als Wettbewerbsvorteil
Reinigungsunternehmen, die professionelle digitale Nachweise liefern können, heben sich deutlich von der Konkurrenz ab. Auftraggeber schätzen Transparenz und belohnen sie mit längeren Vertragslaufzeiten und Folgeaufträgen. Besonders bei Ausschreibungen öffentlicher Auftraggeber wird digitale Dokumentation zunehmend vorausgesetzt.
Reports automatisch erstellen
Eine gute Zeiterfassungslösung generiert Leistungsberichte auf Knopfdruck. Sie wählen das Objekt, den Zeitraum und das Format — und erhalten einen druckfertigen Report mit allen relevanten Daten: Anwesenheitszeiten, durchgeführte Arbeiten, GPS-Standorte und optional Fotos.
Mehr zur digitalen Lösung für die Gebäudereinigung finden Sie auf unserer Branchenseite.
Rahmenverträge und Kalkulation
In der Gebäudereinigung wird häufig mit Rahmenverträgen gearbeitet. Ein Auftraggeber beauftragt die Reinigung eines Objekts für einen festen Monatspreis, basierend auf einem kalkulierten Stundenaufwand. Wenn die tatsächlichen Zeiten von der Kalkulation abweichen, entsteht ein Problem.
Kalkulation auf Basis realer Daten
Digitale Zeiterfassung liefert Ihnen exakte Daten über den tatsächlichen Aufwand pro Objekt. Sie sehen auf einen Blick:
- Wie viele Stunden tatsächlich pro Objekt anfallen
- Ob die kalkulierte Zeit realistisch ist oder angepasst werden muss
- Welche Objekte profitabel sind und welche Verlust bringen
- Wie sich Fahrtzeiten auf die Gesamtkosten auswirken
Diese Daten sind Gold wert, wenn Rahmenverträge verlängert oder neue Aufträge kalkuliert werden müssen. Sie argumentieren nicht mehr mit Schätzungen, sondern mit harten Zahlen.
Kalkulations-Tipp
Analysieren Sie monatlich die tatsächlichen Objektzeiten im Vergleich zu Ihrer Kalkulation. Wenn ein Objekt regelmäßig mehr Zeit erfordert als kalkuliert, passen Sie entweder Ihre Kalkulation oder die Leistungsbeschreibung an. Crewly bietet detaillierte Auswertungen pro Objekt, die Ihnen genau das ermöglichen.
Branchenspezifischer Mindestlohn und Tarifvertrag
Die Gebäudereinigung unterliegt einem allgemeinverbindlichen Rahmentarifvertrag. Der branchenspezifische Mindestlohn liegt über dem gesetzlichen Mindestlohn und ist für alle Reinigungsunternehmen bindend — unabhängig von der Tarifbindung.
Die korrekte Zeiterfassung ist hier nicht nur arbeitsrechtlich, sondern auch vergütungsrechtlich entscheidend. Werden Arbeitszeiten nicht korrekt erfasst, riskieren Sie Nachforderungen bei Lohnprüfungen und Bußgelder bei Kontrollen durch den Zoll (Finanzkontrolle Schwarzarbeit).
Fazit: Digitale Zeiterfassung als Wachstumsmotor
Für Reinigungsunternehmen ist die digitale Zeiterfassung weit mehr als eine gesetzliche Pflichterfüllung. Sie ist ein Werkzeug, das Ihre Kalkulation verbessert, Ihre Auftraggeber überzeugt und Ihren Verwaltungsaufwand drastisch senkt.
Mit einer branchenspezifischen Lösung wie Crewly erfassen Ihre Reinigungskräfte Objektzeiten per Smartphone, Fahrtzeiten werden automatisch dokumentiert und Leistungsnachweise lassen sich per Knopfdruck erstellen. Die Einrichtung dauert wenige Minuten, die Zeiterfassung funktioniert auch offline, und Ihre Daten sind DSGVO-konform gespeichert.
Investieren Sie in eine Zeiterfassung, die zu Ihrer Branche passt — und machen Sie aus einer Pflicht einen echten Wettbewerbsvorteil.
Häufig gestellte Fragen
In der Gebäudereinigung arbeiten Teams an verschiedenen Objekten. Genaue Zeiterfassung ist nötig für korrekte Lohnabrechnungen, Kalkulation der Objektkosten und Nachweis gegenüber Auftraggebern.
Mit GPS-basierter Zeiterfassung werden Fahrtzeiten automatisch erkannt und separat dokumentiert. Alternativ buchen Mitarbeiter Fahrtzeiten manuell über die App.
Ja. Die Zeiterfassungspflicht gilt auch für Reinigungskräfte. Über eine App können sie direkt am Einsatzort ein- und ausstempeln.
Digitale Zeiterfassung mit GPS-Standort und Fotos liefert lückenlose Nachweise. Diese können direkt als Report an Auftraggeber exportiert werden.
Ab 49€/Monat für kleine Teams. Crewly bietet eine 14-tägige kostenlose Testphase, in der alle Funktionen verfügbar sind.
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